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Richtig patinieren!
Wie altert und patiniert man ein Gebäude?

Patinieren: Vorher - Nachher (die Maus über das Bild führen)
Das vorbildgerechte Altern eines Gebäudebausatzes dient hauptsächlich dazu, den unnatürlichen Plastikglanz der Modellhäuser zu entfernen und die Modelle vorbildgetreu »alt« aussehen zu lassen. »Patinieren« kommt vom italienischen Wort »Patina« (= Fürniss). Wir empfehlen, das Patinieren zunächst mit alten Kunststoffteilen, Kunststoffresten usw. zu üben, bis man die richtige Technik »raus« hat. Das »Patinieren« erfolgt in 4 Schritten:
Es gibt viele verschiedene Vorgehensweisen auf diesem Gebiet und jeder »Spezialist« schwört auf seine eigene Methode. Aber das Patinieren ist gar nicht so schwer zu erlernen und mit ein wenig Übung und Erfahrung wird jeder »Bastler« schnell seine eigene ideale Methode entdecken und verfeinern. Gerade für den Anfänger erscheinen die verschiedenen Stufen der Patinierung abschreckend und wenn ein sorgfältig zusammengebautes Häuschen mit der dunklen Patina überzogen wird, kommt schnell die Angst, dass das Modell unansehnlich wird. Aber Geduld - der erwünschte Effekt stellt sich erst zum Schluss des Patinierens ein, nachdem die einzelnen Arbeitsschritte durchgeführt wurden. In jedem Falle sollte man zunächst mit ein paar alten Kunststoffteilen, Mauerresten o.ä. üben, bis man die Sicherheit erlangt, dass alles so wird, wie man es sich vorstellt.
Zunächst ein paar nützliche Tipps und Ratschläge, wie man ein Gebäudemodell ordentlich zusammenbaut und für das Patinieren vorbereitet:
Zuerst sollten alle Spritzlinge in einem lauwarmen Bad aus Seifenlauge hin- und hergeschwenkt und mit einem Pinsel abgewaschen und entfettet werden. Häufig werden nämlich die Kunststoff-Spritzgusswerkzeuge während der Produktion mit einem Trennmittel eingesprüht, damit die Kunststoffteile leichter aus der Form fallen. Dabei bleiben kleine Mengen des Trennmittels an den Kunststoffteilen hängen und dort perlt u. U. die Farbe ab. Vorsicht! Manche Hersteller verwenden einen relativ spröden Kunststoff, so dass kleine Teile bei unvorsichtiger Arbeitsweise leicht zerbrechen können.

Die Einzelteile eines Bausatzes müssen exakt vom Spritzling entfernt werden und evtl. vorhandene Angussstücke und Grade abgeschliffen werden. Gebäudemodelle erhalten eine zusätzliche Stabilität, wenn nach dem Zusammenkleben an den Innenseiten der Seitenwände eine zusätzliche Klebenaht mit flüssigem Plastikkleber entlang gezogen wird. Diese Klebenähte sollten über Nacht gut durchtrocknen. Helle Wandteile kann man von innen schwarz streichen, damit z. B. das Licht einer Innenbeleuchtung nicht nach außen durchschimmert.
Sollen an das Gebäudemodell später z. B. Wandleuchten angebracht werden, ist es sinnvoll, die notwendigen Löcher für die Kabel am Spritzling, zumindest aber bevor das Haus ganz zusammengebaut wurde, zu bohren. Sichtbare Bereiche, wie z. B. eine Inneneinrichtung oder Ladenteile werden separat bearbeitet und vor dem endgültigen Zusammenkleben der Wandteile eingebaut.
Nach dem Zusammenkleben und Trocknen werden, falls erforderlich, mit einem Bastelmesser Steinstrukturen u.ä. an den Eckkanten nachgearbeitet und kleinere Spalte entfernt. Anschließend wird mit Stahlwolle, feinster Körnung, nochmals über die Ecken poliert, um eventuelle Kleberückstände zu entfernen.
Soweit es möglich ist (das ist von Bausatz zu Bausatz verschieden), sollten die Fensterscheiben erst nach dem Patinieren in die Fensterrahmen eingesetzt werden, damit diese nicht mit Farbe verschmiert werden. Zum Einkleben der transparenten Glasteile ist der Busch Modellbau-Haftkleber 7598 ideal geeignet: Der Haftkleber wird mit einer Nadel auf die Kanten der Klarsichtteile aufgetragen und mindestens 30 Minuten zum Trocknen zur Seite gelegt. Der Haftkleber trocknet transparent auf und die Scheiben können nach Bedarf, wie in der Bauanleitung beschrieben, in die Fensterrahmen eingesetzt werden. Dies hat gegenüber der Verwendung von Kunststoffkleber den Vorteil, dass kein nasser Kleber herausquillt und die Glasscheiben verschmiert oder Klebedämpfe die Scheiben beschädigen.
Nach dem Zusammenbau des Gebäudes werden Wände, Mauerteile usw. (soweit notwendig) z. B. mit Busch Acrylfarben bemalt. Auch Kleinteile, wie Antennen, Türscharniere, Schlösser, Dachrinnen usw. sollten vor dem Patinieren bemalt werden. Schornsteine wirken besonders realistisch, wenn vor dem Aufkleben das »Innere« schwarz bemalt wird.
Wenn man eine Stadt mit Ziegel gedeckten Häusern aus der Luft sieht, stellt man fest, dass fast alle Dächer (zumindest in den verschiedenen Stadtteilen) einen fast identischen Farbton besitzen. Durch Regen, Schmutz und Verwitterung werden eventuell bei Baubeginn noch vorhandene kleinere Farbunterschiede ausgeglichen. Stellt man mehrere Modellhäuser zu einer Stadtszene zusammen, haben die Dächer meistens die verschiedensten Farbtöne und passen überhaupt nicht zusammen. Wir empfehlen daher, die Dächer mit einer einheitlichen Ziegelfarbe zu bemalen. Ideal geeignet ist hierfür die Busch Acrylfarbe ziegelrot (Nr. 1709), die als Grundfarbe für alle Häuserdächer verwendet werden kann. Damit das Gesamtbild nicht zu monoton wird, kann die ziegelrote Farbe für die verschiedenen Dächer mit etwas weiß (Busch Acrylfarbe 1702) aufgehellt oder mit schwarz (Busch Acrylfarbe 1704) abgedunkelt werden. Die Dächer kann man auch stärker oder schwächer patinieren, um leicht unterschiedliche Farbvarianten zu erhalten. Durch diesen »Trick« sind die Dächer nicht alle ganz gleich, aber die Dachfarben bleiben »Ton in Ton«.

Das gleiche Prinzip wird auch für die Grundplatten der Gebäude verwendet – sie sollten möglichst alle in einem gleichen Grauton bemalt werden. Man sollte sich auch überlegen, die Grundplatten der Gebäudemodelle lediglich als Montagehilfen zu verwenden (die Gebäude werden nicht auf die Grundplatten geklebt), so dass nach Fertigstellung der Gebäude diese ohne Grundplatten direkt auf die Straßen oder Plätze der Modellbahnanlage gestellt werden können. Treppen und kleinere Absätze kann man eventuell aus den Originalgrundplatten heraustrennen, um diese dann mit den Gebäuden auf die Anlage zu kleben.
Mauerfugen kann man mit der Busch Fugenpaste 1701 besonders schön darstellen. Hierfür werden die Mauerteile zunächst bemalt. Dann wird die Fugenpaste mit einem Pinsel oder Finger über die Mauerfläche gestrichen. Die Fugenpaste bleibt in den Vertiefungen haften. Danach die Fugenpaste von den Wänden mit einem weichen, feuchten Lappen abwischen und dann trocknen lassen. Die Wirkung ist so gut, dass man sich das Patinieren sparen kann. Soll patiniert werden, sollte die Fugenpaste erst nach dem Patinieren aufgetragen werden.

Die vorgeschlagenen Tipps sind Beispiele für den Zusammenbau eines durchschnittlichen Modellgebäudes. Die jeweiligen Gegebenheiten und Art des Gebäudes können von Bausatz zu Bausatz sehr unterschiedlich sein, so dass man nicht immer alle Vorschläge in die Praxis umsetzen kann. Vor den jetzt folgenden Arbeitsschritten sollte das zusammengebaute Gebäude, falls möglich, nochmals vorsichtig mit einem Pinsel in einem warmen Bad aus Seifenlauge abgewaschen werden.
Beim Patinieren können kleinere Passungenauigkeiten kaschiert werden – unsaubere Verklebungen, Klebstoffreste und nicht entfernte Grade an den Einzelteilen werden aber extrem sichtbar!