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Richtig patinieren!
Patinieren mit dem Busch Patinier-Set 1700
Durch das Patinieren eines fertig gestellten Gebäude-Bausatzes werden zwei Dinge gleichzeitig erreicht:
Natürlich ist der Grad der »Alterung« jedem selbst überlassen und sollte speziell bei neueren Häusern nicht übertrieben werden. Mit dem Patinieren können auch an einem Gebäude verschiedene Altersstufen dargestellt werden, z. B. eine neu renovierte Fassade mit einem renovierungsbedürftigen stark verwitterten Dach, ein neues Dach mit einer schmutzigen, abbröckelnden Fassade und, und, und ….! Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt und ein kleiner Spaziergang durch die Straßen liefert gute Beispiele.
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1. Grundfarbe auftragen: |

Möchte man bei einem Fachwerkhaus die Wandflächen farblich neu gestalten, muss dies erfolgen, bevor das Fachwerk aufgeklebt wird. Hier ist besonders darauf zu achten, dass keine Farbe in die Vertiefungen für das Fachwerk läuft, da dieses dann u.U. nicht mehr korrekt passt (evtl. Farbe nach dem Trocknen mit einem Messer wegkratzen).
Werden Gebäudefassaden neu gestrichen, sollte dies nach dem Zusammenbau erfolgen, da der Farbüberzug auch Kanten usw. überdeckt.
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2. Patina auftragen: |
Drei verschiedene Patinierfarbtöne sind im Sortiment enthalten:
Schwarz: Die Standardfarbe, die für die meisten Patiniervorgänge bestens geeignet ist.
Beige: Sollte für hell eingefärbte Kunststoffteile, wie Häuserwände usw., verwendet werden, die nur eine ganz schwache, kaum sichtbare, Patinierung bekommen. Hebt sich die Modellgrundfarbe nicht sonderlich von der Patinierfarbe ab, wird ein kleiner Tropfen schwarz zum Abtönen hinzugefügt. Zum besseren Verlauf beim Farbauftrag sollte (nur bei dieser beigen Farbe) eine Pinselspitze Spülmittel in die Patina gegeben werden.
Minttürkis: Für das Patinieren von Kupferdächern, Denkmälern und allen mit einer Oxidationsschicht darzustellenden Bereiche eines Modells. Die Farbe kann auch unverdünnt aufgetragen und nach dem Trocknen mit schwarzer Patina überzogen werden.
Der Verschmutzungsgrad eines Gebäudes hängt von vielen Faktoren ab und kann ganz individuell gestaltet werden. Zum Patinieren wird eine »Lasur« verwendet: Etwas Patinierfarbe in einen kleinen Behälter träufeln und mit Wasser stark verdünnen, bis eine lasurähnliche Patina entsteht. Diese Patina sollte leicht transparent und nicht deckend sein. Es ist empfehlenswert, kleine Farbproben an einem Spritzling o.ä. durchzuführen, um die Transparenz der Patina zu testen. Ist nämlich diese Patina erst einmal aufgetragen, kann sie nur sehr schwer wieder entfernt werden. Ein versehentlich zu deckender Auftrag sollte sofort mit Wasser gründlich verteilt werden.
Die angemischte Patina wird mit einem großen Rundpinsel zügig aufgetragen und flächig verteilt. Man sieht sofort, wie die Patina in die Strukturvertiefungen fließt und diese dunkel einfärbt. Zunächst erscheinen sie vielleicht etwas zu schwarz, hellen aber beim Trocknen wieder auf. Bei stark hervortretenden Strukturen, wie Dächer oder Teile mit tiefen Steinstrukturen, kann die Patina etwas dicker aufgetragen und, falls erforderlich, nach gründlichem Trocknen in einem zweiten Arbeitsgang nochmals aufgetragen werden. Die Patina muss zügig aufgetragen und verteilt werden, damit sich keine Streifen bilden. |
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3. Das Trockenbemalen: |
Zum »Trockenbemalen« wird etwas Farbe mit einem Flachpinsel aufgenommen und sofort an einem fusselfreien Lappen oder Papiertuch abgestreift. Anschließend über ein Stückchen Karton streichen, so dass sich fast keine nasse Farbe mehr auf dem Pinsel befindet. Dann wird mit dem Pinsel vorsichtig, ohne Druck, in streichenden Bewegungen über die zu behandelnden Flächen gestrichen – den Erfolg bemerkt man sofort. Jede noch so feine Oberflächenstruktur wird sichtbar, und es ergibt sich eine unübertroffene Tiefenwirkung der bearbeiteten Fläche.
Bei einer dunklen Grundfarbe der zu bearbeiteten Fläche, muss der Trockenfarbton sehr hell sein – wenn der Trockenfarbauftrag praktisch nicht sichtbar ist, in keinem Falle mit mehr Farbe den Vorgang wiederholen, sondern die Farbe mit weiß aufhellen und den Trockenbemalungsvorgang wiederholen.
Sehr helle Flächen werden mit einer dunkleren Farbe trockenbemalt, d.h., die Grundfarbe wird mit schwarz oder dunkelgrau abgetönt. Zur Effektsteigerung kann man auch mit einer dunkleren Farbe das Trockenbemalen beginnen und anschließend mit einer helleren Farbe nochmals übermalen. Es müssen dabei keine Trockenphasen berücksichtigt werden.
Der Pinsel sollte von Zeit zu Zeit gesäubert werden, da sich die Pinselhaare schnell durch die trockene Farbe versteifen und dann störende und kaum noch zu korrigierende Schlieren und Streifen entstehen können.
4. Dreckschlieren, Rost usw. herausarbeiten:
Hierfür enthält das Busch Patinier-Set 1700 drei verschiedene Farbpigment-Pulverfarben. Auch hier sollte man zunächst mit alten Kunststoffteilen etwas üben, bis man den »Dreh« heraus hat.
Schwarz: Für Dreckschlieren überall an einem Gebäude, wie Fensterbänke, Kamine, Antennenfüße, Fallrohre, Dachziegeln, schmiedeeiserne Anbauteile und Halterungen usw.

Dunkelbraun: Für alten Rost auf Schienen nach dem Einschottern, für den Innenbereich von Dachrinnen, Flugrost, Unterboden und Ladeflächen von Fahrzeugen usw. Mit der dunkelbraunen Pulverfarbe kann man aber auch Übergänge vom Gelände zu Straßen und Wege, Baustellenbereiche, Industrieanlagen usw. gestalten.

Rostbraun: Für Dachbereiche von Gebäuden, neue Roststellen, Metall- und Schrottteile, zum Aufhellen von zuvor mit dem dunkelbraunen Farbpulver behandelten Teile.

Vorsicht! Das Farbpulver ist sehr ergiebig und beim Farbauftrag sollte sehr, sehr vorsichtig gearbeitet werden. Es ist unbedingt darauf zu achten, dass sowohl der Pinsel als auch die zu bemalende Fläche absolut trocken sind. »Verschmierte« Flächen sind kaum zu korrigieren und müssen übermalt werden.
Zunächst wird wenig Farbpigmentpulver z. B. auf ein Stück Karton gestreut und mit einem weichen Pinsel gleichmäßig verteilt. Dann wird vorsichtig mit einem kleinen, feinen Pinsel wenig Farbe aufgenommen, kurz abgestreift und dann von oben nach unten aufgemalt (bzw. in Laufrichtung z. B. von darzustellenden Schmutzwasserresten o.ä.). Der Arbeitsvorgang ist solange zu wiederholen, bis die Schlieren deutlich sichtbar sind. Da der gewünschte Effekt sehr schön aussieht, sollte man aufpassen, dass nicht übertrieben wird.
Soll das Farbpulver auf eine größere Fläche aufgetragen werden, kann auch ein größerer, weicher Pinsel verwendet werden. So können z. B. übertrieben trocken bemalte (aufgehellte) Dachflächen abgeschwächt und korrigiert werden. Ecken, Kanten oder Vorsprünge werden beim Entlangfahren mit einem Pinsel deutlich hervorgehoben. Bitte beachten: Immer mit nur sehr wenig Pulverfarbe arbeiten!
Nach Gebrauch sollte der Pinsel mit Wasser und Seife gereinigt werden. Die nassen Pinselhaare sollte man auch wieder in Form bringen, da sie beim Trockenbemalen bzw. Aufbringen des Farbpulvers sehr strapaziert werden.
Zum Schluss werden noch an das Gebäudemodell Werbe- und/oder Straßenschilder, Plakate, Hausnummern usw. angebracht. Mit Blumenkästen aus dem Busch Blumenkasten-Set 1208 werden die Fenster verziert.
Das fertig patinierte, gealterte Gebäude, ist jetzt ein kleines Kunstwerk und wird an die vorgesehene Stelle der Eisenbahnanlage oder des Dioramas eingebaut.
Wir hoffen, dass Ihnen unsere Patinieranleitung gefallen hat und Sie nützliche Tipps und Tricks für Ihre Modellbahngestaltung erhalten haben. Wir wünschen Ihnen bei Ihrem Modellbahn-Hobby viel Spaß, Ihr Busch-Team.